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schwiizer sind so

Donnerstag, 19. November 2009

Schnell noch Tickets kaufen

Am Sonntag will ich ans Uriah Heep Konzert. Auf der Webseite von Starticket sehe ich, dass es hier gleich eine Vorverkaufsstelle hat. Oeffnungszeiten werden auch gleich angezeigt, am Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet.
Um zwanzig vor acht parkiere ich mein Auto und dackle zum Manor. Da man in der Innenstadt keinen Parkplatz findet, muss ich mein Auto etwas weiter weg abstellen

Ich hab ja Zeit.

Zehn vor acht betrete ich den Manor. Ticketverkauf 1. Stock steht auf der Uebersichtstafel in einer 8 Punkteschrift geschrieben. Schicke Sache, so eine Tafel mit Mikrobuchstaben, dafür ist dreiviertel leer. Design ist eben wichtiger als Funktion.

Im ersten Stock geht die Suche los. Kassen sind unbesetzt, nirgends ist ein Hinweis auf den Ticketcorner zu finden. Also gehe ich zur grössten Kasse. Und warte bis überhaupt mal jemand erscheint. Die Verkäuferin ist aber beschäftigt mit einem Kunden im Schlepptau.

Ah, da kommt ein Mann im Anzung mit einem Namensschild. Wichtigen Schrittes geht er im Zickzack durch die Gänge. Den frage ich doch mal.

"Ja, der Ticketcorner ist da hinten, vielleicht ist er ja noch offen", sagt er. Er führt mich dorthin, ruft unterwegs schon an. Punkt acht Uhr sind wir am Schalter. Die Kassiererin sagt ihm, dass sie bereits abgerechnet und geschlossen hat.

Aha, offenbar macht der Ticketcorner früher zu? Nö. Starticket hat schlicht falsche Angaben auf der Webseite.

Und weil der Ticketcorner in der hintersten Ecke hinter einem riesigen Blumentopf versteckt ist, kann man ihn erst sehen, wenn man dort ist. Es gibt auch keine Hinweisschilder, die den Weg weisen. Das weiss der Mann im Anzug. Als ich ihm auf dem Handy die Webseite von Starticket zeige, sagt er "Ist das immer noch so?"

Super. Die wissen es und machen nichts.

Der Spass geht aber noch weiter.

Auf dem Weg zum Ausgang werde ich angewiesen, dass ich bitte hinten rausgehen soll. Vorne sei zu. Wo hinten ist, das erfahre ich erst als ich frage. Ist ja klar, jeder kennt sich in dem Laden aus.

Eine Tür versperrt den Weg. Ich stosse sie auf, ein bisschen Widerstand, dann geht Geschrei los. Super, ein zweijähriger Knirps musste natürlich dahinter stehen. Die Mutter giftelt natürlich mich an, weil ich schuld bin, wenn sie den Gof nicht beaufsichtigt.

Naja, sie ist ja mit dem Kleinen beschäftigt und ich gehe weg.

Es gibt ja noch eine Vorverkaufsstelle im Bahnhof. Es gibt ja schon Gründe, warum ich da nicht hinwollte. Erstmal schön anstehen. Zwei Schalter sind auf, am einen kauft eine Frau ein Billett für ihre Oma, die sie an Ostern besuchen will. Am anderen lässt sich eine Frau die Vorzüge des Halbtax-Abos erklären.

Hinter mir stehen mittlerweile sechs Leute an. Eine Frau kommt von der Seite dazu und stellt sich seitlich neben die Halbtaxabokundin. Ja klar. Die kommt mir gerade richtig. Soll sie versuchen, bei mir vorne rein zu drängeln wenn ich dran bin.

Aber sie hat Glück und der andere Schalter wird zuerst frei. "Drei Tickets für Uriah Heep am Sonntag" sage ich. Ich hätte auch zwei Pfund Gehacktes bestellen können, der Herr am Schalter hätte genauso gut Bescheid gewusst.

Die Quereinsteigern hat sich erfolgreich gegen die sechs Anständigen durchgesetzt und hat nur schnell eine Frage. Ob die S7 in Stettbach hält?

Ticket? Da war doch was?

Er fängt an, auf seinem Computer rumzutippen. Tipp ein bisschen hier, ein bisschen da. Holt aus einem Ordner ein laminiertes Blatt für Schalter 3.

Tippt.

Brummelt "Das ist beim Starticket".

Tipptipptipp.

Die Quereinsteigerin lässt sich den Unterschied zwischen S12 und S7 erklären.

Tipp. Brummel. Tipptipp. Noch ein laminiertes Blatt.

Die Q fragt, was ein Ticket bis zur Zone 10 kostet, wo denn die Stadtgrenze sei auf den Strecken S7 und S12.

Tipptipp.

"177 Franken" teilt mir der Schaltermensch triumphierend mit. Ja, brav gemacht. Ich bin stolz auf Sie.

"Ein Ticket kostet 55 Franken, wie kommen Sie auf 177?"

"Das steht da." Ich gehe nach Hause.

Die Q lässt sich immer noch die Stationen der S-Bahnlinien aufzählen

Freitag, 30. Oktober 2009

Super 10 Kampf heute abend



Super10Kampf

Sonntag, 25. Oktober 2009

1. Schweizer Segway Laubbläser Polo Turnier

Gestern am 1. Schweizer Segway Laubbläser Polo Turnier war ganz schön was los. Elf tollkühne Männer und eine Frau auf ihren rollenden Kisten trugen das erste Turnier einer Sportart aus, die sicher bald olympisch wird.
Und wer hat's erfunden? Ein paar besof Visionäre, die diesen Event innert zwei Wochen organisiert und Location/Teilnehmer und Sponsoren gefunden haben. Das alles über Twitter. http://www.twitter-trends.de/trend/sslpt.html

Segway fahren ist übrigens einfacher als man in der ersten Sekunde denkt und macht riesigen Spass! Hier ist ein Bild der ersten Segway Beta Version, wie man sie sich voergestellt hat.


An einem solch historischen Event darf natürlich der Protoyp nicht fehlen:


Die Motorisierung liess noch etwas zu wünschen übrig, Spass machte das Ding aber schon. Sehr schön zu sehen, dass schon in dieser frühen Phase auf Sicherheit geachtet wurde.

Aus dieser frühen Version hat sich ein ernstzunehmendes Sportgerät entwickelt und das Turnier war an Spannung und Spass kaum zu überbeiten:


Danke den Organisatoren und Sponsoren, es war ein gelungener Tag!

Mittwoch, 23. September 2009

Der blanke Hohn

Wir Schweizer haben ja das Halbtax-Abo erfunden (was die Deutschen dann als Bahncard nachgemacht haben ;-). Damit kann man mit der Bahn zum halben Preis fahren. Tolle Sache, wenn man öfters mal Bahn fährt.
Dazu haben die dann auch noch den Verkehrsverbund erfunden, ein Ticket für Bahn, Bus und Tram. Das ganze wird dann in Zonen aufgeteilt und klappt auch gut. Wenn ich also nach Zürich fahre, dann zahle ich mit dem Halbtax die Hälfte und kann in den entsprechenden Zonen auch gleich das Tram benutzen. Ein Ticket für alles.

Cool.

Wer allerdings nur innerorts fahren will, der wird mit dem Halbtax gehörig verarscht. Wenn ich am Automaten die Taste Kurzstrecke drücke, dann erscheint der Preis "2.50". Für eine Strecke, maximal eine Stunde. Drückt man dazu dann noch die 1/2-Taste, dann kostet das Ticket nur noch "2.10".

Damit spart man geschlagene 16%. Juhui.

Die Verkehrsbetriebe begründen das damit, dass die 1/2 Taste für das Halbtax steht, nicht für den halben Preis. Und dass man eben nur mit dem lokalen Anbieter fahre und sie das Halbtax nur als Ermässigung akzeptieren.

Wenn ich nun das gleiche Spiel wie oben mache und statt Kurzstrecke Stadtnetz wähle, dann sind die Preise "4.00" ohne bzw. "2.80" mit Halbtax. Das macht dann plötzlich 30% Ermässigung für das gleiche Halbtax mit dem gleichen lokalen Anbieter.

Einfach Bschiss.

Samstag, 19. September 2009

Schweizer Kultur

Gestern und vorgestern abend habe ich mir das Musical 'Ewigi Liebi' und den Komiker Massimo Rocchi angeschaut. Und ich muss sagen, ich kann beides nur empfehlen.
Während im Musical die nicht immer heile Welt in Glunggelochbad und Trueb besungen wird, saust der Berner Italiener Schweizer Massimo Rocchi über die Bühne und erklärt uns die Schweizer Geschichte von der Alpenfaltung bis zu aktuellen Themen wie Herr Bürkaltäär und Gepäcktransporte aus Libyen.

Ein Training für das Zwerchfell bieten beide: Im Musical laden Alperose, Oh läck Du mir, der Schwan und viele andere Lieder zum Mitsingen und -klatschen ein, bei Rocchi ist es z.B. seine Darstellung der Wiener Hofreitschule, seine Mimik und seine Pojnten, die die Lachmuskeln gehörig beanspruchen.

Ewigi Liebi und Massimo Rocchi zeigen ein Bild der Schweiz wie sie war, wie sie sein könnte - und wie sie eben auch ist.

Das Zelt

Ewigi Liebi

p.s. ein Riesendankeschön an Roger, der mich zu Massimo Rocchi geschleppt hat!

Mittwoch, 16. September 2009

man muss ja nicht immer erreichbar sein

Etwas, das ich an meinem Handy sehr mag ist die Akkuleistung. Am Freitag noch im Büro aufgeladen, hat es bis Dienstagmorgen durchgehalten. Dumm war dann aber, dass ich da bei einem Kunden und das Ladegerät eben noch im Büro war.
Naja, man muss ja nicht immer erreichbar sein. Alle paar Stunden habe ich dann über ein anderes Telefon meine Combox gecheckt, immer leer.
Heute morgen dann das Gerät angestöpselt und eingeschaltet. Nach ein paar Sekunden die Info, dass ich eine Combox-Nachricht habe. Von gestern abend. Meine Mutter liegt auf der Intensivstation. Seit Montagmorgen.

Sonntag, 13. September 2009

Bloggyfondue am Freitag

Pünktlich um sieben Uhr war ich beim Restaurant angekommen, nachdem ich zum ersten Mal mit dem 10er Tram - sorry der Glattalbahn - gefahren war. Ja, der öV ist wirklich was feines!
Natürlich sassen schon die ersten Blogger am Tisch, fast durchwegs bekannte Gesichter. Ich wurschtelte mich also nach hinten (das mit der grossen Tafel war etwas ungeschickt angelegt) und durfte mich neben Frölein Chicundschlau setzen. Das war also reiner Zufall, im Fall.
Die restlichen Blogger tröpfelten dann im 1-, 5-, 40- und 70-Minutentakt ein :-)
"Ich habe Hunger" brummelte das Frölein mit der Modelfigur neben mir die ganze Zeit, ganz unmodepüppchenlike. Aber das wurde schnell durch alle möglichen Gespräche übertönt - Fränzi die schon wieder in die Ferien fährt, Roger der gerade in den Ferien war, Javier Bardem der zwischen Costa Rica und Panama einen kleinen Fonduestopp eingelegt hat ..
Das Moitie-Moitie war wirklich sehr fein, warum es aber genau bei unserem keine Kruste gab wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Viel zu früh war es dann auch schon Zeit zu gehen, denn ich musste am Samstag früh raus. Aber wie immer war es ein grosser Spass!

Freitag, 11. September 2009

FIGUGEGL

Treue Leser und Langzeitschweizaufenthalter kennen den Ausdruck. Und wissen, was mich heute abend erwartet.

FIGUGEGL. Stimmt!

Montag, 7. September 2009

Für mehr Wortkultur

Ich finde ja, dass man die Dialektsprache viel mehr unterstützen soll. Darum bin ich auch gegen Hochdeutsch als Unterrichtssprache in der Schweiz. Was wären wir denn ohne unser Schwiizerdütsch, hä? (Wobei es das streng genommen nicht gibt, schliesslich hat ja jeder Kanton schon mehrere Dialekte, aber das führt zu weit).
Und genauso finde ich, dass man tolle Wörter auch in anderen Sprachen nicht einfach entfernen oder durch Nichtgebrauch sterben lassen soll. Darum werde ich heute das Wort "aushäusig" mindestens noch dreimal verwenden.

Sonntag, 2. August 2009

Alles Gute zum Geburtstag, Frau Helvetia!

Wie jedes Jahr feiert die Schweiz am 1. August Geburtstag. Wie immer mit Feuerwerk und Höhenfeuern. Die Höhenfeuer wurden zu Tells Zeiten zum Signalisieren benutzt, heute sind sie nur noch eine schöne Tradition. Das Feuerwerk ist erst später dazu gekommen .. dafür beginnt man aber schon Tage vorher mit dem Geknalle. Also wenn jemals einer eine Bank überfallen will - der 1. August ist ideal dafür.

Nachmittags werden die ersten Grillmeister aktiv und lassen ihre Umgebung an ihren Aktivitäten teilhaben.



Vielleicht war das der Grund für den farbenfrohen Sonnenuntergang?



Schon vor dem Eindunkeln geht es los mit der Ballerei. Das Taschengeld von Wochen wird mit kleinen Raketli in den Himmel geschossen, wo sie kaum zur Geltung kommen weil es noch zu hell ist. Wenn's dann richtig dunkel ist, dann kommt Papa und protzt mit der Saturn 12 Starblast Magnum Ultra. Einmal richtig wumms und 10 Ocken sind weg.





Auf den umliegenden Hügeln tauchen vereinzelt Lichtpunkte auf, die Höhenfeuer .. wenn man sie dann sehen kann. Denn der Pulverdampf zieht in dichten Schwaden durch die Strassen. So muss man sich in Beirut fühlen ..



Was mir aber sehr gut gefallen hat ist die Beleuchtung des "Krawattensilo", einem markanten Bürogebäude in der Stadt.



Um Mitternacht haben die meisten ihre Munition verschossen, was bleibt sind vereinzelte Kracher und der Geruch von Pulverdampf in der Nase und den Kleidern. In der Ferne ist die Sirene der Feuerwehr zu hören.

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