Schnell noch Tickets kaufen
Am Sonntag will ich ans Uriah Heep Konzert. Auf der Webseite von Starticket sehe ich, dass es hier gleich eine Vorverkaufsstelle hat. Oeffnungszeiten werden auch gleich angezeigt, am Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet.
Um zwanzig vor acht parkiere ich mein Auto und dackle zum Manor. Da man in der Innenstadt keinen Parkplatz findet, muss ich mein Auto etwas weiter weg abstellen
Ich hab ja Zeit.
Zehn vor acht betrete ich den Manor. Ticketverkauf 1. Stock steht auf der Uebersichtstafel in einer 8 Punkteschrift geschrieben. Schicke Sache, so eine Tafel mit Mikrobuchstaben, dafür ist dreiviertel leer. Design ist eben wichtiger als Funktion.
Im ersten Stock geht die Suche los. Kassen sind unbesetzt, nirgends ist ein Hinweis auf den Ticketcorner zu finden. Also gehe ich zur grössten Kasse. Und warte bis überhaupt mal jemand erscheint. Die Verkäuferin ist aber beschäftigt mit einem Kunden im Schlepptau.
Ah, da kommt ein Mann im Anzung mit einem Namensschild. Wichtigen Schrittes geht er im Zickzack durch die Gänge. Den frage ich doch mal.
"Ja, der Ticketcorner ist da hinten, vielleicht ist er ja noch offen", sagt er. Er führt mich dorthin, ruft unterwegs schon an. Punkt acht Uhr sind wir am Schalter. Die Kassiererin sagt ihm, dass sie bereits abgerechnet und geschlossen hat.
Aha, offenbar macht der Ticketcorner früher zu? Nö. Starticket hat schlicht falsche Angaben auf der Webseite.
Und weil der Ticketcorner in der hintersten Ecke hinter einem riesigen Blumentopf versteckt ist, kann man ihn erst sehen, wenn man dort ist. Es gibt auch keine Hinweisschilder, die den Weg weisen. Das weiss der Mann im Anzug. Als ich ihm auf dem Handy die Webseite von Starticket zeige, sagt er "Ist das immer noch so?"
Super. Die wissen es und machen nichts.
Der Spass geht aber noch weiter.
Auf dem Weg zum Ausgang werde ich angewiesen, dass ich bitte hinten rausgehen soll. Vorne sei zu. Wo hinten ist, das erfahre ich erst als ich frage. Ist ja klar, jeder kennt sich in dem Laden aus.
Eine Tür versperrt den Weg. Ich stosse sie auf, ein bisschen Widerstand, dann geht Geschrei los. Super, ein zweijähriger Knirps musste natürlich dahinter stehen. Die Mutter giftelt natürlich mich an, weil ich schuld bin, wenn sie den Gof nicht beaufsichtigt.
Naja, sie ist ja mit dem Kleinen beschäftigt und ich gehe weg.
Es gibt ja noch eine Vorverkaufsstelle im Bahnhof. Es gibt ja schon Gründe, warum ich da nicht hinwollte. Erstmal schön anstehen. Zwei Schalter sind auf, am einen kauft eine Frau ein Billett für ihre Oma, die sie an Ostern besuchen will. Am anderen lässt sich eine Frau die Vorzüge des Halbtax-Abos erklären.
Hinter mir stehen mittlerweile sechs Leute an. Eine Frau kommt von der Seite dazu und stellt sich seitlich neben die Halbtaxabokundin. Ja klar. Die kommt mir gerade richtig. Soll sie versuchen, bei mir vorne rein zu drängeln wenn ich dran bin.
Aber sie hat Glück und der andere Schalter wird zuerst frei. "Drei Tickets für Uriah Heep am Sonntag" sage ich. Ich hätte auch zwei Pfund Gehacktes bestellen können, der Herr am Schalter hätte genauso gut Bescheid gewusst.
Die Quereinsteigern hat sich erfolgreich gegen die sechs Anständigen durchgesetzt und hat nur schnell eine Frage. Ob die S7 in Stettbach hält?
Ticket? Da war doch was?
Er fängt an, auf seinem Computer rumzutippen. Tipp ein bisschen hier, ein bisschen da. Holt aus einem Ordner ein laminiertes Blatt für Schalter 3.
Tippt.
Brummelt "Das ist beim Starticket".
Tipptipptipp.
Die Quereinsteigerin lässt sich den Unterschied zwischen S12 und S7 erklären.
Tipp. Brummel. Tipptipp. Noch ein laminiertes Blatt.
Die Q fragt, was ein Ticket bis zur Zone 10 kostet, wo denn die Stadtgrenze sei auf den Strecken S7 und S12.
Tipptipp.
"177 Franken" teilt mir der Schaltermensch triumphierend mit.Ja, brav gemacht. Ich bin stolz auf Sie.
"Ein Ticket kostet 55 Franken, wie kommen Sie auf 177?"
"Das steht da." Ich gehe nach Hause.
Die Q lässt sich immer noch die Stationen der S-Bahnlinien aufzählen
Um zwanzig vor acht parkiere ich mein Auto und dackle zum Manor. Da man in der Innenstadt keinen Parkplatz findet, muss ich mein Auto etwas weiter weg abstellen
Ich hab ja Zeit.
Zehn vor acht betrete ich den Manor. Ticketverkauf 1. Stock steht auf der Uebersichtstafel in einer 8 Punkteschrift geschrieben. Schicke Sache, so eine Tafel mit Mikrobuchstaben, dafür ist dreiviertel leer. Design ist eben wichtiger als Funktion.
Im ersten Stock geht die Suche los. Kassen sind unbesetzt, nirgends ist ein Hinweis auf den Ticketcorner zu finden. Also gehe ich zur grössten Kasse. Und warte bis überhaupt mal jemand erscheint. Die Verkäuferin ist aber beschäftigt mit einem Kunden im Schlepptau.
Ah, da kommt ein Mann im Anzung mit einem Namensschild. Wichtigen Schrittes geht er im Zickzack durch die Gänge. Den frage ich doch mal.
"Ja, der Ticketcorner ist da hinten, vielleicht ist er ja noch offen", sagt er. Er führt mich dorthin, ruft unterwegs schon an. Punkt acht Uhr sind wir am Schalter. Die Kassiererin sagt ihm, dass sie bereits abgerechnet und geschlossen hat.
Aha, offenbar macht der Ticketcorner früher zu? Nö. Starticket hat schlicht falsche Angaben auf der Webseite.
Und weil der Ticketcorner in der hintersten Ecke hinter einem riesigen Blumentopf versteckt ist, kann man ihn erst sehen, wenn man dort ist. Es gibt auch keine Hinweisschilder, die den Weg weisen. Das weiss der Mann im Anzug. Als ich ihm auf dem Handy die Webseite von Starticket zeige, sagt er "Ist das immer noch so?"
Super. Die wissen es und machen nichts.
Der Spass geht aber noch weiter.
Auf dem Weg zum Ausgang werde ich angewiesen, dass ich bitte hinten rausgehen soll. Vorne sei zu. Wo hinten ist, das erfahre ich erst als ich frage. Ist ja klar, jeder kennt sich in dem Laden aus.
Eine Tür versperrt den Weg. Ich stosse sie auf, ein bisschen Widerstand, dann geht Geschrei los. Super, ein zweijähriger Knirps musste natürlich dahinter stehen. Die Mutter giftelt natürlich mich an, weil ich schuld bin, wenn sie den Gof nicht beaufsichtigt.
Naja, sie ist ja mit dem Kleinen beschäftigt und ich gehe weg.
Es gibt ja noch eine Vorverkaufsstelle im Bahnhof. Es gibt ja schon Gründe, warum ich da nicht hinwollte. Erstmal schön anstehen. Zwei Schalter sind auf, am einen kauft eine Frau ein Billett für ihre Oma, die sie an Ostern besuchen will. Am anderen lässt sich eine Frau die Vorzüge des Halbtax-Abos erklären.
Hinter mir stehen mittlerweile sechs Leute an. Eine Frau kommt von der Seite dazu und stellt sich seitlich neben die Halbtaxabokundin. Ja klar. Die kommt mir gerade richtig. Soll sie versuchen, bei mir vorne rein zu drängeln wenn ich dran bin.
Aber sie hat Glück und der andere Schalter wird zuerst frei. "Drei Tickets für Uriah Heep am Sonntag" sage ich. Ich hätte auch zwei Pfund Gehacktes bestellen können, der Herr am Schalter hätte genauso gut Bescheid gewusst.
Die Quereinsteigern hat sich erfolgreich gegen die sechs Anständigen durchgesetzt und hat nur schnell eine Frage. Ob die S7 in Stettbach hält?
Ticket? Da war doch was?
Er fängt an, auf seinem Computer rumzutippen. Tipp ein bisschen hier, ein bisschen da. Holt aus einem Ordner ein laminiertes Blatt für Schalter 3.
Tippt.
Brummelt "Das ist beim Starticket".
Tipptipptipp.
Die Quereinsteigerin lässt sich den Unterschied zwischen S12 und S7 erklären.
Tipp. Brummel. Tipptipp. Noch ein laminiertes Blatt.
Die Q fragt, was ein Ticket bis zur Zone 10 kostet, wo denn die Stadtgrenze sei auf den Strecken S7 und S12.
Tipptipp.
"177 Franken" teilt mir der Schaltermensch triumphierend mit.
"Ein Ticket kostet 55 Franken, wie kommen Sie auf 177?"
"Das steht da." Ich gehe nach Hause.
Die Q lässt sich immer noch die Stationen der S-Bahnlinien aufzählen
theswiss- 19. Nov, 20:40 - 97 8-)








